Sport und berufliche Ausbildung müssen kompatibel sein

Laufbahnberatung an den Olympiastützpunkten NRW hat das Ziel, neben der leistungssportlichen Karriere des Spitzensportlers auch die Perspektive für eine berufliche Karriere zu stärken und zu unterstützen (Duale Karriere).

Leistungssportler werden in der Öffentlichkeit gemeinhin als Profis angesehen, weil tägliches, mehrmaliges Training, kombiniert mit Ernährungsberatung, Physiotherapie und medizinischer Betreuung sowie der Teilnahme an Trainingslagern bzw. Wettkämpfen im In- und Ausland unvereinbar erscheint mit schulischer, universitärer oder beruflicher Ausbildung.

Diese Ansicht trügt. Nur die wenigsten Athleten (weniger als 5%) sind in der Lage, ihren Lebensunterhalt mit den Einkünften aus dem Spitzensport zu bestreiten. Im Gegenteil: Eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln belegt, dass das durchschnittlich verfügbare Einkommen eines Spitzensportlers in Deutschland bei € 626,- liegt. Die Mehrzahl der Athleten muss den oftmals komplexen Weg beschreiten, um die Anforderungen von Schule, Studium und Beruf unter einen Hut zu bringen. Hierbei helfen ihnen die Laufbahnberater der Olympiastützpunkte NRW.

Sie vermitteln Plätze in Schulen oder Internaten, die leistungssportfreundlich ausgerichtet sind und ein Verständnis für die außergewöhnliche Situation der Spitzensportler aufbringen. Je nach der Intensität der Betreuung werden diese Schulen dann zu „Partnerschulen des Leistungssports“, zu „Sportbetonten Schulen“ oder gar zu „Eliteschulen des Sports“, an denen Sportler in eigens eingerichteten Sportlerklassen zusammengefasst und unterrichtet werden; Organisation von kontinuierlicher Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfeunterricht inklusive.

Nach dem Schulabschluss setzt sich die Betreuung der Sportler an den Universitäten fort. Die Olympiastützpunkte NRW schließen Projektpartnerschaften mit den umliegenden Universitäten und Fachhochschulen ab, um möglichst günstige Betreuungsmöglichkeiten während der unterschiedlichen Studiengänge zu gewährleisten. Dies schließt Freistellungen zu Trainingslagern und Wettkämpfen, Gewährung von zusätzlichen Urlaubssemestern z.B. in Vorbereitung auf Olympia und sogar Stipendien für Spitzensportler bzw. den vollständigen oder teilweisen Verzicht auf Studiengebühren mit ein.

Auch bei der Ausbildungs- und Berufswahl bis hin zum Berufseinstieg leisten die Laufbahnberater willkommene Dienstleistungen. Organisation und Durchführung von Eignungstests, Hilfestellung beim Verfassen von Bewerbungsunterlagen, Simulation von Vorstellungsgesprächen, Vorbereitung auf Eignungstests sind hier unter anderem zu nennen. Auch der Kontakt zu Firmen, Unternehmen, Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern, um sportfreundliche Ausbildungsplätze zu finden oder einzurichten, wird von den Laufbahnberatern vermittelt. Darüber hinaus vermitteln die Laufbahnberater über Partner Fahrzeuge zu günstigen Konditionen für die Spitzensportler, sowie Internatsplätze und adäquate Wohnungen.

Ergänzt wird das Betreuungsangebot noch durch die Kontakte zu den Sportfördergruppen der Bundeswehr, zur Bundespolizei, den spitzensportfreundlichen Zivildienststellen oder den Angeboten im Freiwilligen Sozialen Jahr.

Die Laufbahnberatung ist eine langfristige und maßgebliche Dienstleistung im Zuge einer verantwortungsvollen Spitzensportbetreuung. Perspektiven neben dem Sport sichern die notwendige Konzentration, um sportliche Spitzenleistungen zu erbringen.

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